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Entstehung der Südstadt

Háje na leteckém pohledu, Autor: PhDr. Jiří Bartoň
Kleiner Rückblick auf die historische Absichten, sowie auf die Momente der Entstehung von der Südstadt


Der Stadtteil Prag 11 wurde in November 1990 gegründet, damals jedoch unter dem Namen Prag – Südstadt. Die heutige Bezeichnung trägt es seit 1994. Nur zwei Jahrzehnte vor der Entstehung des Stadtteils befanden sich auf dessen heutigem Gebiet zwei Gemeinden, Chodov und Háje, und deren Bestandteile – Gemarkung. Vor 1971 war Südstadt nur ein Arbeitsbegriff, der zunächst nur einem engen Personenkreis bekannt war, die am Ausbau des umfangreichen Wohnkomplexes im Süden vom damaligen Prag 4 interessiert waren. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde nach günstigen Gebieten zum Ausbau von großen Raumeinheiten im Rahmen der Prager Agglomeration gesucht. Der Zonenplan aus dem Jahr 1964 legte als eines der günstigsten Gebiete den Kataster von Chodov und Háje fest. Die betrachtete Ansiedlung erfüllte die Voraussetzungen für eine einfache Strom- und Erdgasversorgung. Aber auch für die Wasserversorgung, denn schon damals die Notwendigkeit ersichtlich war, in der Zukunft die Wasserleitung von Želivka durch diese Region zu führen. Dafür sprach auch die Nähe der vorgesehenen Autobahn, die die Verbindung mit dem Zentrum, sowie die leichte Ausfahrt über die Grenzen von der Hauptstadt sicherstellen sollte. Das Gebiet befand sich damals in einer Randlage, die jedoch landschaftlich sehr ausdrucksvoll war. Die Terraingestaltung, sowie die Anwesenheit von charakteristischen Naturelementen ermöglichten die Schaffung von einem grünen Band um die ganze zukünftige Stadt herum.

Es kann behauptet werden, dass die o.g. Qualitäten tatsächlich zu den Vorteilen der zur Zeit schon bestehenden Besiedlung für ca. Achtzigtausend Menschen gehören. Inzwischen verlief jedoch eine ganze Reihe von Jahren, die durch die Suche, die Bemühung, sowie durch die Beschränkung von Möglichkeiten der Aufgabenlösung vom solchen außerordentlichen Umfang gekennzeichnet waren, wie der Ausbau vom solchen außerordentlich umfangreichen Siedlungskomplex war.

In 1966 erfolgte eine Ausschreibung zur Konzeption der Südstadt, die als ein Komplex vorgesehen wurde. Sie brachte verschiedene Einstellungen mit der ganzen Reihe von anregenden Entwürfen. Der Gewinnerentwurf von J. Krásný, V. Musil, K. Ondroušek und V. Skokan, belohnt mit dem 2. Preis, beabsichtigte den Stadtkomplex mit erheblichem Maß an Selbstständigkeit gegenüber Prag. Hochgeschätzt wurde insbesondere die Eingliederung in die Landschaft, sowie die Organisation von Funktionsflächen. Der Entwurf rechnete mit einem Zentrum, das aus drei Komplexen in den höchsten Lagen des welligen Terrains bestehen würde, und in deren Zentrum sollte sich dann eine Parkanlage befinden, die den Charakter von einer Gartenstadt unterstreichen würde. Die Autoren von einigen belohnten Entwürfen wurden zur Teilnahme am engeren Wettbewerb aufgefordert, in dem in 1967 zwei zweite und ein dritter Preis verliehen wurden. Dann folgte die Verarbeitung von zwei Vergleichsstudien, auf deren Grundlage die vom Kollektiv des Ateliers 9 in der Zusammenarbeit mit doc. J. Krásný verarbeitete Studie zur urbanistischer Ausgangsbasis der entgültigen Lösung wurde.

Detaillierter Gebietsplan von der Südstadt wurde vom Autorenteam Jan Krásný, Jiří Lasovský und Miroslav Řihošek, in der Autorenzusammenarbeit mit J. Zelený, J. Záruba, V. Rothbauerová, K. Poličanský, J. Kaufman, E. Hlaváček und Z. Burianová verarbeitet. Der gegen Ende 1968 genehmigte Plan ging von dem ursprünglichen Gewinnerentwurf aus, und nützte die Naturgegebenheiten zur Schaffung von einem eigenständigen Stadtkomplex, in dem sich die Arbeitsstellen, sowie die Erholungsumgebungen in unmittelbarer Nähe befanden. Die Berührung von der Natur mit der Bebauung bildete das dominante Merkmal. Östlich von der damals schon im Bau befindlichen Autobahn wurden drei Wohnviertel entworfen, die als Komplexe Háje, Opatov und Litochleby bezeichnet wurden, jedes für 16,5 - 19,5 Tsd. Einwohner. Ein weiteres Viertel – Komplex Chodov – wurde ursprünglich als ein ergänzendes Viertel entworfen. Die ältere und neue Bebauung sollten sich hier, unter der Einhaltung von niedrigerer Höhe der Objekte, vermischen. Das entworfene Zentrum wurde um die Station Opatov situiert, im Berührungspunkt von drei Komplexen, außer dem Komplex Háje, im urbanistisch attraktivstem Raum. An die Konzentration von gemeinnützigen Objekten an dieser Stelle sollte eine Parkanlage nach Osten anschließen, während die zweite Grünflächenachse von hier aus nach Norden verlief, wo sie an den Waldpark über dem Stausee von Hostivař anschloss, und in der Gegenrichtung richtete sie vom Zentrum nach Süden, zum Milíčover Wald.

Dann folgten jedoch noch viele Änderungen und Anpassungen. Insbesondere die Zahl der beabsichtigten Wohnungen, und daher auch die Zahl der zukünftigen Einwohner, stieg ständig. Die Lösung des Wohnbezirks wurde in den nächsten Jahren in einer ausführlichen Gebietsdokumentation verarbeitet. Zum Hauptarchitekten der Stadt wurde Jiří Lasovský, die Hauptprojektanten der Siedlungen von der Südstadt I – Háje waren Aleš Bořkovec und Vladimír Ježek, von Opatov dann Jaroslav Vlašánek und Eva Kunová, von Litochleby war es Bohumil Kříž in Zusammenarbeit mit J. Hyliš, von Chodov Karel Prager, und von dem beabsichtigten Zentrum Jiří Lasovský und Jaroslav Krč. Auf der Fläche von 1200 ha wurden ungefähr 2000 Wohnungseinheiten für 73400 bis 80000 Bewohner entworfen.

Inzwischen erlebte die Region schon eine erhebliche Änderung. Chodov und Háje fühlten sich noch unabhängig von Prag zu sein, als die Arbeiten auf dem Körper der D 1 Autobahn eingeleitet wurden. Die Vorprojekt- und Projektvorbereitung des ersten Abschnitts von Spořilov um Chodov erfolgte schon in den Jahren 1961 - 1967. In 1966 wurden die Erdarbeiten im westlichen Teil des Katasters durch das Unternehmen Militärbauten eingeleitet. An der Grenze von Spořilov und Chodov wurden Ubikationen, Kantine und Büros gebaut, die Abtragung des Mutterbodens in einem Band von der Länge der Autobahn wurde durchgeführt. Viele Bewohner von Chodov schauten große Maschinen und schwere Autos, die begannen die Verkehrswege in der Gemeinde unaufhaltsam zu beherrschen, mit Unwillen an. Der Grundstein der Autobahn wurde während des feierlichen Akts am 8. September 1967 gelegt. Im Herbst begannen dann die Bauarbeiten auf dem ersten Abschnitt Prag - Čestlice voll zu laufen.

In 1965 wurde die erste Etappe des Ausbaus von der Wasserleitung von Želivka in der Nähe von Prag eingeleitet. Bald wurde mit Abteufen des Rohrstollens in der Gesamtlänge von fast 51 Kilometer zwecks der Zuleitung vom sauberen Wasser aus der Wasseraufbereitungsanlage in Nesměřice nach Jesenice begonnen. Inzwischen wurden schon zwei Rohrleitungen aus dem Wasserspeicher in Jesenice geführt, die eine nach Nordwesten, in der Richtung nach Libuš, Novodvorská und weiter, die andere in der Richtung nach Chodov, Kozinec u Hostivaře und weiter. Vor dreißig Jahren, am 2. April 1967, begannen die Bagger und die Bulldozer die Graben für dreifache Parallelrohrleitungen im Kataster von Chodov zu graben. Wasser sollte so viel wie möglich im Gewichtsfluss fließen, und deshalb hatte alles, was dem günstigsten Weg entgegenstellte, nachzugeben.

Auf Berg Chodová und auf Měcholuper Kozinec wurden Wasserbehälter gebaut. Der Wasserbehälter von Chodov hatte die Kapazität Zwanzigtausend Kubikmeter, und in dessen Nachbarschaft entstand ein Pumpenspeicherwerk. Das Pumpenspeicherwerk wurde in 1970 fertig gestellt, und die erste Etappe des Wasserleitungsbaus wurde erst im nächsten Jahr abgeschlossen. Der Zuführungsstrang, an den beide Wasserbehälter angeschlossen sind, wird als Jesenice – Ládví bezeichnet. Das gesamte neue Wasserverteilungssystem von Želivka bildet ein Kreis um den dicht bebauten Teil Prags, in der Gesamtlänge von fast 70 km.

Die ersten Eingriffe in den Boden, die mit dem anschließenden umfangreichen Wohnungsbau unmittelbar zusammenhängten, wurden von den Geologen durchgeführt. In März 1967 wurde ein Wohnwagen in Chodov gestellt. Darin zog die Gruppe von drei Geologen der Projektanstalt von Verkehrs- und Ingenieurbauten Prag ein. Im Kataster, sowie direkt auf den Straßen von Chodov bohrten sie, öfter jedoch gruben sie die Sonden, untersuchten die Bodenzusammensetzung für den zukünftigen Ausbau. Nach den Angaben der Zeitzeugen wurden insgesamt einhundert zwanzig Gruben von der Basis zwei mal anderthalb Meter und der Tiefe von zwei bis sechs Meter gegraben.

Die Bewohner von Chodov und Háje unterschieden bald die einzelnen Bauten nicht mehr, die jedoch so erforderlich für die Lösung der so lange vernachlässigten Bedürfnissen der ganzen Prager Agglomeration waren. Alles wurde als Bestandteil des Ausbaus von der Südstadt verbunden. Die Jugend war selbstverständlich neugierig darauf, was die Änderungen mitbringen, für die Mehrheit der älteren Bevölkerung bedeuteten sie jedoch die Gefühle von Unsicherheit und Skepsis. Zum 1. Januar 1968 wurden Chodov und Háje an Prag angegliedert. Dann folgte die traurige Ära der Abtragungen.

Am 1. September 1971 fuhren schwere Maschinen in den Raum der zukünftigen Südstadt, um das Gelände zu graben. So einfach wurde „der Grundstein der neuen Agglomeration gelegt“. Im Zeitraum l971 bis 1973 wurden die ersten Abschnitte der Ingenieurnetze, der Anschlüsse von Verkehrswegen, sowie die ersten Wohnungshäuser vom Ostteil der Südstadt I. gebaut. Der erste Wohnkomplex, genannt nach der Gemeinde Háje, wurde seit 1973 gebaut. Dessen lokales Zentrum, situiert in der Nachbarschaft der U-Bahnstation und über dem Erholungsgebiet von Hostivař, hatte von Anfang an eine höhere gesellschaftliche Bedeutung. In dieses neue Háje zogen die ersten Bewohner in 1976 ein. Dann füllten sich die Kataster von Háje und Chodov schon schnell mit hellgrauen Neubauten von Großblockhäusern.

Nach den Peripetien von weiteren Ausschreibungen, von der ausführlichen Planung und zahlreichen Verhandlungen entstand eine ausgedehnte Siedlung mit überwiegend Großblockwohnungsaufbau auf der Fläche von nur 9,8 km2 (ca. 1/50 von Prag, gesamtes Prag hat 496,1 km2). Im Rahmen von Prag 11 lebt heut zu Tage ungefähr 1/13 von Prag. Wenn eine Besiedlung von solcher Zahl von Menschen ein selbständiger Komplex wäre, würde es sich um eine solide große Stadt handeln. Südstadt ist selbstverständlich einer der Ausschnitte von Prager Siedlungsagglomeration. Trotzdem braucht es noch vieles.

Siehe auch: J. Bartoň und Koll., Buch über Prag 11

21.11.2005 18:01:58 - aktualisiert 15.8.2011 8:22:59 | gelesen 19465x | PhDr. Jiří Bartoň
 
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